Longlist

In Short

Die Longlist ist die vollständige Sammlung aller in Frage kommenden Investoren oder Käufer — vor jeder Bewertung, breit statt wertend.

Was ist eine Longlist?

Die Longlist ist die vollständige Sammlung aller Adressen, die für eine Finanzierung oder einen Verkauf in Frage kommen könnten. Sie wird vor jeder Bewertung erstellt: erst sammeln, dann sortieren.

Der Sinn dieser Reihenfolge ist, das Feld nicht vorzeitig zu verengen. Wer beim Zusammenstellen schon aussortiert, landet bei den fünf Namen, die ohnehin jeder kennt.

Woher die Namen kommen

  • Investorendatenbanken und Marktverzeichnisse
  • Veröffentlichte Transaktionen in der eigenen Branche der letzten drei Jahre: Wer hat dort gekauft oder investiert?
  • Gesellschafterlisten vergleichbarer Unternehmen aus dem Handelsregister
  • Strategische Käufer: Wettbewerber, Zulieferer, Abnehmer, angrenzende Branchen
  • Eigenes Netzwerk und das des Beirats

Was je Eintrag erfasst gehört

Name, Typ (Finanzinvestor, strategisch, Familienunternehmen), Sektorschwerpunkt, übliche Ticketgröße, geografischer Fokus, Reifegrad der Zielunternehmen, bekannte Transaktionen, Ansprechpartner und die Quelle.

Der wichtigste Punkt ist die Ticketgröße. Ein Fonds, der üblicherweise 15 bis 40 Mio. Euro investiert, wird eine Runde über 2 Mio. nicht machen — unabhängig davon, wie gut das Unternehmen ist. Diese Angabe spart mehr Zeit als jede andere.

Wie groß

Bei einer Finanzierungsrunde sind 80 bis 200 Einträge üblich, bei einem Unternehmensverkauf oft mehr. Daraus entsteht die Shortlist mit 20 bis 40 Namen, die tatsächlich angesprochen werden.

Die Quote ist unangenehm, aber normal: Aus 150 Adressen werden vielleicht 30 Ansprachen, 12 Erstgespräche, 4 vertiefte Prozesse und 1 bis 2 Angebote. Wer mit 10 Adressen startet, hat am Ende keines.

Typische Fehler

  1. Zu früh aussortieren. "Die passen sowieso nicht" ohne geprüfte Kriterien kostet die interessantesten Adressen.
  2. Nur Finanzinvestoren. Strategische Käufer zahlen oft mehr, weil sie Synergien mitrechnen.
  3. Ticketgröße nicht erfassen. Führt zu Gesprächen, die von vornherein nicht passen.
  4. Keine Quelle notieren. Spätestens bei der dritten Aktualisierung weiß niemand mehr, warum ein Name auf der Liste steht.
  5. Die Liste nicht pflegen. Fonds schließen, Schwerpunkte ändern sich, Ansprechpartner wechseln.

Häufige Fragen

Wie lange dauert das Erstellen?

Für eine belastbare Liste mit 150 Einträgen zwei bis drei Arbeitstage, wenn Datenbankzugang besteht. Ohne deutlich länger.

Soll ich Wettbewerber ansprechen?

Auf die Longlist gehören sie. Ob sie angesprochen werden, ist eine eigene Entscheidung — sie zahlen oft am meisten und erfahren dabei am meisten über das Unternehmen. Der Umgang damit gehört vorab geklärt.

Wer sieht die Liste?

Nur das eigene Team. Sie enthält die eigene Einschätzung zu Dritten und gehört nicht in den Datenraum.

Roemer Capital Perspektive

Wir bauen die Longlist vor der Ansprache fertig, nicht parallel dazu. Der Grund ist die Verhandlungsposition: Wenn die ersten Gespräche laufen und das Feld noch nicht steht, entsteht Zeitdruck genau dann, wenn Ruhe am wichtigsten ist. Eine fertige Liste erlaubt es, eine Absage ohne Aufregung durch die nächste Ansprache zu ersetzen.

Benötigt ihr Unterstützung?

Egal, ob du deinen Pitch verfeinerst, deine Fundraising-Strategie planst oder dein Unternehmen skalierst: Wir helfen dir gerne weiter.

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Artikel recherchiert und geschrieben von:

Longlist
Lucas Roemer
CEO von Roemer Capital
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