Sale and Lease Back
Beim Sale and Lease Back verkauft ein Unternehmen eigenes Vermögen und least es zurück. Das setzt gebundenes Kapital frei — und kostet es über die Laufzeit.
Was ist Sale and Lease Back?
Beim Sale and Lease Back verkauft ein Unternehmen ein Wirtschaftsgut, das ihm gehört — eine Immobilie, einen Maschinenpark, einen Fuhrpark — an einen Leasinggeber und nutzt es danach gegen Leasingraten weiter.
Der Betrieb ändert sich nicht. Geändert hat sich nur, wem die Sache gehört und dass ein einmaliger Betrag auf dem Konto liegt.
Wozu es eingesetzt wird
- Gebundenes Kapital freisetzen, ohne den Betrieb einzuschränken.
- Liquidität bei knapper Kreditlinie, wenn die Bank nicht weiter finanziert.
- Bilanzstruktur verändern: Das Anlagevermögen sinkt, die Bilanzsumme auch, die Eigenkapitalquote steigt rechnerisch.
- Vor einem Verkauf: Der Käufer muss die Immobilie nicht mitfinanzieren, was den Kreis möglicher Käufer vergrößert.
Was es wirklich kostet
Das ist der Punkt, der oft untergeht. Der einmalige Zufluss wird über die Laufzeit mit Zinsen zurückgezahlt — wirtschaftlich ist es ein besicherter Kredit, bei dem die Sicherheit übereignet wurde.
Rechenbeispiel: Ein Maschinenpark mit einem Verkehrswert von 900.000 Euro.
- Verkaufspreis an den Leasinggeber: 800.000 Euro (mit Abschlag)
- Leasingrate: 14.500 Euro im Monat über 6 Jahre
- Summe der Raten: 1.044.000 Euro
Dem Zufluss von 800.000 Euro stehen Zahlungen von 1.044.000 Euro gegenüber. Der Aufschlag von 244.000 Euro ist der Preis für die Liquidität — umgerechnet ein zweistelliger effektiver Zinssatz, deutlich über einem Bankkredit.
Deshalb gilt: Sale and Lease Back ist teuer und dann richtig, wenn die Alternative gar keine Finanzierung ist oder wenn die freigesetzten Mittel mehr erwirtschaften als sie kosten.
Die stillen Reserven
Ein Punkt, der die Rechnung drehen kann. Liegt der Verkaufspreis über dem Buchwert, wird die Differenz als Gewinn realisiert und ist zu versteuern.
Bei einer Immobilie, die vor zwanzig Jahren angeschafft und weitgehend abgeschrieben wurde, kann das erheblich sein. Der Zufluss von 800.000 Euro schrumpft dann nach Steuern deutlich — und das gehört vorher gerechnet, nicht nachher festgestellt.
Die Abhängigkeit danach
Nach dem Verkauf ist das Unternehmen auf den Leasingvertrag angewiesen. Bei einer Betriebsimmobilie heißt das: Wenn der Vertrag ausläuft oder gekündigt wird, steht der Standort zur Disposition.
Deshalb gehören Laufzeit, Verlängerungsoptionen und ein Rückkaufrecht in den Vertrag — besonders bei Immobilien, die für den Betrieb nicht ersetzbar sind.
Typische Fehler
- Die Gesamtkosten nicht rechnen. Der Zufluss ist sichtbar, die Summe der Raten nicht.
- Die Steuer auf stille Reserven vergessen. Sie schmälert den Zufluss sofort.
- Keine Verlängerungsoption vereinbaren. Bei Betriebsimmobilien existenziell.
- Es als letzten Ausweg nutzen. Wer in der Krise verkauft, bekommt den schlechtesten Preis — und Leasinggeber prüfen die Bonität ebenfalls.
- Bilanzkosmetik als Zweck. Kapitalgeber rechnen Leasingverpflichtungen hinzu.
Häufige Fragen
Wann ist es sinnvoll?
Wenn die freigesetzten Mittel mehr erwirtschaften als der Aufschlag kostet, oder wenn kein anderer Finanzierungsweg offensteht und die Liquidität gebraucht wird.
Geht das mit jeder Anlage?
Gut handelbare Güter mit Zweitmarkt eignen sich: Immobilien, Fahrzeuge, Standardmaschinen. Sonderanfertigungen ohne Markt kaum.
Was sagt eine Bank dazu?
Sie sieht es meist kritisch, weil Sicherungsvermögen abfließt. Ein Gespräch vorher ist sinnvoll — besonders, wenn die Sache bereits sicherungsübereignet ist, denn dann ist ein Verkauf ohne Zustimmung ohnehin nicht möglich.
Roemer Capital Perspektive
Wir rechnen Sale and Lease Back immer in einen effektiven Zinssatz um und stellen ihn neben die anderen Finanzierungswege. Dieser Vergleich führt in der Mehrzahl der Fälle dazu, dass ein anderer Weg gewählt wird. In der Minderheit, in der er trotzdem richtig ist, wird er dann bewusst gewählt — und das ist der Unterschied.
Dienstleistungen, die wir anbieten
Als Gründer oder Geschäftsführer stehst du vor der Herausforderung, Investoren von deiner Vision zu überzeugen. Genau hier kommen wir ins Spiel. Roemer Capital macht dein Unternehmen fit für das Fundraising: mit einer klaren Strategie, aussagekräftigen Finanzmodellen und einer professionellen Investorenstory sowie dem Zugang zu den richtigen Investoren.

Professionellen Businessplan erstellen
Wir erstellen umfassende Geschäftspläne für Investoren, die Vision, Strategie und finanzielle Zukunft klar zum Ausdruck bringen.

Fractional CFO für dein Wachstumsunternehmen
Wir machen dein Startup investierbar und steuerbar durch Growth Consulting das strategische Weitsicht mit technischer CFO Exzellenz vereint

Fundraising Support bei Finanzierungsrunden
Vom Geschäftsplan über das Pitchdeck bis hin zur Kontaktaufnahme mit Investoren helfen wir, die Finanzierung in jeder Phase deiner Geschäftsreise zu sichern.

M&A-Beratung bei Verkauf und Nachfolge
Roemer Capital begleitet dich dabei, dein Startup oder dein etabliertes Unternehmen strukturell und finanziell auf den optimalen Verkaufszeitpunkt vorzubereiten.






