Covenants

In Short

Covenants sind Auflagen im Kreditvertrag. Wer sie verletzt, gibt der Bank ein Kündigungsrecht — unabhängig davon, ob pünktlich gezahlt wurde.

Was sind Covenants?

Covenants sind Nebenabreden in einem Kreditvertrag, die dem Kreditnehmer etwas auferlegen: bestimmte Kennzahlen einzuhalten, bestimmte Handlungen zu unterlassen oder bestimmte Informationen zu liefern.

Der Zweck aus Sicht der Bank: Sie will nicht erst dann eingreifen können, wenn eine Rate ausfällt, sondern schon dann, wenn sich die Lage verschlechtert.

Die drei Arten

  • Financial Covenants: Kennzahlen, die eingehalten werden müssen — Eigenkapitalquote, dynamischer Verschuldungsgrad, Zinsdeckung, Kapitaldienstfähigkeit.
  • Non-Financial Covenants: Handlungspflichten und Verbote — keine weiteren Kredite ohne Zustimmung, keine Ausschüttungen über einer Grenze, keine wesentlichen Verkäufe, keine Änderung der Gesellschafterstruktur.
  • Information Covenants: Berichtspflichten — Jahresabschluss bis zu einem Datum, unterjährige Zahlen quartalsweise, Meldung bestimmter Ereignisse.

Die Folge einer Verletzung

Ein Bruch gibt der Bank in der Regel ein außerordentliches Kündigungsrecht. In der Praxis wird selten sofort gekündigt — üblicher ist, dass die Bank die Lage neu bewertet: höhere Marge, zusätzliche Sicherheiten, engere Berichtspflichten.

Der eigentliche Schaden ist deshalb nicht die Kündigung, sondern der Verlust der Verhandlungsposition. Wer einen Covenant reißt, verhandelt aus der Defensive.

Rechenbeispiel

Ein Kreditvertrag verlangt eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent, gemessen zum Bilanzstichtag.

  • Bilanzsumme 4,0 Mio. Euro, Eigenkapital 1,08 Mio. Euro — Quote 27 Prozent, alles gut.
  • Im Folgejahr wird eine Maschine für 600.000 Euro fremdfinanziert. Bilanzsumme 4,6 Mio., Eigenkapital unverändert — Quote 23,5 Prozent.

Der Covenant ist verletzt, obwohl das Unternehmen gewachsen ist, jede Rate pünktlich gezahlt hat und die Investition sinnvoll war. Genau das ist der Grund, warum Covenants vor jeder größeren Entscheidung durchgerechnet gehören.

Was sich verhandeln lässt

  1. Die Höhe der Schwelle. Sie sollte Luft lassen — ein Puffer von zwanzig Prozent zur aktuellen Lage ist ein brauchbarer Anhaltspunkt.
  2. Die Definition. Wird das Eigenkapital handelsrechtlich gemessen, oder zählen Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt mit? Das kann über Einhaltung oder Bruch entscheiden.
  3. Der Messzeitpunkt. Nur zum Bilanzstichtag oder auch unterjährig? Jährlich ist deutlich entspannter.
  4. Die Heilungsfrist. Ein Zeitraum, in dem ein Bruch behoben werden kann, bevor Rechtsfolgen greifen — der wichtigste einzelne Punkt.
  5. Equity Cure: das Recht, einen Bruch durch Einzahlung von Eigenkapital zu heilen.

Typische Fehler

  1. Die Definitionen nicht lesen. Der Anhang mit den Begriffsbestimmungen entscheidet, nicht die Schlagworte.
  2. Keine Heilungsfrist vereinbaren. Ohne sie wird jede Abweichung sofort zum Kündigungsgrund.
  3. Nicht laufend messen. Wer erst beim Jahresabschluss rechnet, erfährt den Bruch, wenn er nicht mehr zu verhindern ist.
  4. Investitionen nicht gegen die Covenants rechnen. Der häufigste Weg in einen unnötigen Bruch.
  5. Einen Bruch verschweigen. Banken erfahren es ohnehin, und die verspätete Meldung ist oft selbst ein Covenant-Bruch.

Häufige Fragen

Sind Covenants üblich?

Bei größeren Unternehmenskrediten ja, bei kleineren Betriebsmittelkrediten seltener. Mit steigendem Volumen steigt ihre Zahl.

Was tun, wenn ein Bruch absehbar ist?

Frühzeitig auf die Bank zugehen, mit Zahlen und einer Maßnahme. Eine angekündigte Abweichung mit Plan wird fast immer anders behandelt als eine entdeckte.

Kann ich sie ganz vermeiden?

Selten bei Bankfinanzierung. Bei Förderdarlehen sind sie oft milder, und Eigenkapital kennt sie nicht — dafür kostet es Anteile.

Roemer Capital Perspektive

Wir nehmen die Covenants aller bestehenden Kredite in das Finanzmodell auf, als eigene Zeile mit Ampel. Dann zeigt jede geplante Investition und jede Finanzierungsrunde sofort, ob sie eine Auflage reißt. Das ist unspektakulär und verhindert die Situation, in der ein Unternehmen gleichzeitig mit einem Investor und mit seiner Hausbank verhandeln muss.

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Artikel recherchiert und geschrieben von:

Covenants
Lucas Roemer
CEO von Roemer Capital
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